11. afm-GT 2009




Aus afm kopierter Bericht von David Hopfmüller.


Ok, 1.5., Wecker läutet um 6:45 Uhr. Übliches Prozedere + erweitertes Packen für drei Tage. Schnell noch den Unverständlichen hergepostet [0], Motorrad gepackt und rauf zur BP. Dort tanken und einem Haufen mehr oder weniger bekannter Gesichter die Hände schütteln, als schon vom Organisateur aka Solibär das Kommando zum Aufsitzen kommt. Wir fahr'n, fahr'n, fahr'n auf der Autobahn bis Mayerling, über Alland nach Pottenstein und (ohne Halt beim Bahnübergang) über Hals und Rohrer in die KK. Dort bin ich dann nicht der Einzige, der sein Frühstück nachholt, Hermann und die Steirer treffen ein und Jörg kann in der Erörterung um die Haltbarkeit verschiedener Ausrüstungsgegenstände wertvolle Praxiserfahrung beisteuern. Jegliche Unterhaltung verstummt jäh, als eine Zeitansage mit der Aufforderung zu zahlen durch den Raum schallt. Wenige Minuten später tuckern wir über den Ox weiter nach Mariazell, wo getankt wird, dann durch die Wildalpen nach Palfau zum Mittagessen. So, das war mal der Vormittag im Schnelldurchlauf, zu dem ja bereits mehrfach berichtet wurde.

Das Mittagessen lässt auf sich warten und die KotLs spekulieren, ob es an den Pfannen liegen könnte, die zwar die Karte dominieren, aber möglicherweise nicht in ausreichender Menge angeschafft wurden. Es bleibt genug Zeit, um diverse Modelle zur Lösung des vermuteten Problems zu diskutieren, schlussendlich bekommt aber doch jeder eine eigene, frische, mit durchaus mundendem Inhalt. Kaffees werden ob der mahnenden Stimme des Organisators hinuntergeschüttet, um sich alsbald am Parkplatz einzufinden, wo uns ein (mir) Unbekannter ein Dutzend mal ablichtet, um sodann unerkannt zu entschwinden. Daneben macht sich auch etwa ein Drittel der Mitreisenden auf, Händegeschüttel und Abfahrt. Der harte Kern fährt weiter gen Südwesten, wir kommen durch das Gesäuse nach Admont. Dort wird dann vorm Bahnhof ein kurzer Stop eingelegt, um auf den Rest der Meute zu warten und wir kommen zum etwas verstrickten Thema des Gepäckträgers. Die Beteiligten:

- Franz, der bekanntermaßen den Lumpi machte
- Pele, FS-Neuling auf Feuerwehr-rotem Guzzi-Chopper und damit (wenig überraschend) immer Schlusslicht (vor Franz)
- André, der tanken wollte, aber nicht konnte
- Schreinerbertl, der das: -^ nicht mitbekommen hat
- ein beiseitig am Träger gebrochener Gepäckträger
- meine Wenigkeit

So, wir stehen also in Admont und als die hinteren eintreffen, fahren die ersten schon wieder los. Pele kommt die Straße entlang getuckert und grüßt freundlich. Na gut, müsste ja auch gleich der Franz kommen. Minuten vergehen, kein Franz, außer mir längst keiner mehr da. Also SMS an den Organisator und zurückfahren in der Annahme, dass der Franz Probleme hat. Nach einigen Kilometern im geschwindigkeitsreduzierten Suchmodus (das Gelände neben der Straße ist teilweiseschlecht einsehbar, da abfallend) inmitten des Gegenverkehrs eine silberne Fazer mit, ähm, individueller Front und bekannter Outline, Fahrer grüßt freundlich. Ah, der Franz. Also wenden und hinterher, als ich am Rand der Straße ein Metallteil liegen seh, das ich alsbald als Franz' Gepäckträger identifiziere. Dürft er verloren haben, also schnall ich ihn auf mein Gepäck. Nach einiger klärender Kommunikation fahr ich dann über Kaiserau nach Trieben nach, wo sich der Franz gar nicht so besonders freut, das endlich entsorgt geglaubte Teil wiederzusehen. Es stellt sich heraus, dass Franz' Verspätung nichts mit dem Gepäckträger zu tun hatten, wobei sich mir die näheren Zusammenhänge trotzdem nicht erschließen. Wie auch immer, die letzte Etappe steht an und wir trudeln wenig später in Rattenberg bei Fohnsdorf ein, wo wir Quartier [1] beziehen. Ein Grüppchen macht sich noch auf eine Gaberl-Runde auf, die Mehrheit bequemt sich aber in den Gastgarten der Pension. RRobert bekommt (von wem eigentlich? Wirt?) Gewand geliehen, da er offensichtlich nicht vor hatte, drei Tage unterwegs zu sein. Aufgrund des Feiertags gibt's nur bis 20 Uhr warme Küche, gerade noch rechtzeitig trifft die Gaberl-Partie ein. Allen Warnungen zum Trotz wird fleißig bestellt; als die überdimensionierten Portionen eintreffen, bricht dann vereinzelt Ratlosigkeit aus, wie und wo sich diese Mengen unterbringen lassen sollen. Organisat-o-bert beschließt angesichts der Wettervorhersage, statt der geplanten Runde nach Norden gen Süden auf die Soboth zu fahren. Der Abend klingt mit netter Unterhaltung recht bald aus, die meisten sind müde und für den nächsten Tag ist die Abfahrt wieder um 8 Uhr angesetzt -- wie wir inzwischen wissen, nicht verhandelbar.

Der Wecker piepst, der Morgen graut und allmählich sammelt sich ein verschlafener, ungesprächiger Haufen im Frühstücksraum der Pension, still am Häferl nippend. Pünktlich um 8 Uhr sind dann alle bei ihren Maschinen in der zur Verfügung gestellten Garage, allein, es fehlt der Organisator, der offensichtlich beschlossen hat, für die restliche Tour Gnade walten zu lassen. Trotzdem dauert's nicht lang, bis wir unterwegs sind und nach einem kurzen Tankstop Richtung Gaberl schwingen. Dort ist es zunehmend kühl, dafür werden wir mit einer netten[tm] Aussicht von oben belohnt. Es geht bergab und weiter durch das Lavanttal. Es ist super zu fahren, leicht bewölt, Straße trocken und macht einfach nur Spaß. In einer Kehre dann auf einmal ein Haufen Motorräder: Gerhard, ein Freund vom Hans hat sich verbremst, war aber (wegen der Kehre) glücklicherweise langsam und ist daher nur ein paar Meter bis zur Leitplanke gerutscht, an der er sich mit den Füßen abstützen konnte. Seine Fazer hingegen konnte das nicht und rutschte deshalb einfach unter der Leitplanke durch, zwei Meter die steile Böschung hinab in den angrenzenden Bach, in dem sie liegen blieb. Erstmal große Erleichterung, dass Gerhard nichts passiert ist und bald stellt sich heraus, dass auch der wirtschaftliche Schaden überschaubar bleibt, da die Fazer VK-versichert war. Was zusätzlich zur allgemeinen Erheiterung beiträgt, ist der Umstand, dass das ganze just neben einer mit "Fotzbrücke" beschilderten Brücke passierte, praktischerweise mit Busstation, an der immerhin einmal täglich ein Bus hält. Nach kurzer Überlegung versuchen wir, die Fazer mit vereinten Kräften wieder die Böschung hinauf zu ziehen, was auch gelingt. Wieder unter der Leitplanke durch, steht sie bald wieder auf der Straße und es stellt sicher heraus, dass hauptsächlich Verkleidungsteile und Lenker beschädigt sind, der Rest aber relativ unversehrt geblieben ist. Nach provisorischer Überbrückung des Killschalters kann sie deshalb in die nächste Ortschaft gerollt werden, wo wir des ARBÖ harren, was dank Konditorei nicht schwer fällt. RRobert nutzt die Zeit, um in ein nahe gelegenes Geschäft zu fahren und sich mit dem Notwendigsten (samt Rucksack) einzudecken. Der ARBÖ ist dann überraschend flott da, die Fazer kommt auf den Hänger und Gerhard bekommt einen Leihwagen. Wir machen uns mit einiger Verzögerung Richtung Soboth auf, wo wir gegen 14:30 Uhr ankommen und spät, aber doch, zu Mittag essen. Der Heimweg wird dann ob fortgeschrittener Stunde mit weniger Pausen angetreten, André kommt zwischenzeitlich abhanden, wobei eigentlich nur diskutiert wurde, wie wir jetzt das Garagentor aufbekommen sollten, dessen Fernbedienung er mit hatte. *g* Er taucht aber bald wieder auf, der Orga nimmt ihm vorsichtshalber die Fernbedienung ab und kurz darauf sind wir auch schon wieder zurück in der Pension. Das Abendessen wieder unbewältigbar, aber sehr gut und wir haben es sehr lustig, nicht zuletzt aufgrund einer Kellnerin, die für sich etwas mühsam ist, in Kombination mit dem Doppler aber doch einiges zur allgemeinen Unterhaltung beiträgt. Der zweite und letzte Abend wird genossen und begossen, trotzdem wird's nicht allzu spät.

Zumindest für die meisten, denn tags darauf lässt mich der Xiberger um 7 Uhr ("im Notbetrieb", wie er meinte) wissen, dass Steffi und er sich außer Stande sähen, zur geplanten Zeit loszufahren, da es etwas später[tm] geworden sei. Man komme nach. Der Rest macht sich auf, Pele verlässt uns, um via S(3)6 heimzufahren und der Rest schwingt sich wieder über's Gaberl nach Nord-Osten. Auch heute wieder feines Reisewetter und auch die Strecke lässt nicht zu wünschen übrig. Auffallend ist (wie auch schon an den Tagen zuvor) wie positiv offensichtlich die Bevölkerung Motorradfahrern gegenüber eingestellt ist: In vielen Dörfern stehen am Straßenrand Kinder, Eltern und noch viel ältere, die uns mit großen Augen hinterherschauen und manchmal auch begeistert winken. Wenn man angesichts dessen darüber nachdenkt, fragt man sich, woher dann eigentlich das allerorts kolportierte schlechte Image kommt. Zurück auf die Straße: Wie ich vor einiger Zeit schon festgestellt hatte [2], kommt man mit (m)einer SV 307 km weit. Das ist angesichts der Tatsache, dass ich beim Tankstop den falschen Zähler abgelesen und deshalb auf's Tanken verzichtet habe in Hinblick auf den Tages-Kilometerstand von 253 suboptimal, weshalb ich mich nach der nächsten Pause von der Gruppe trenne, um eine außerplanmäßige Tankfüllung vorzunehmen. Bei der Wiedereingliederung hapert's dann, ich warte auf die Meute, die aber schon vorbei ist und schlussendlich mach ich mich, dank Doppler'scher Wegweisung per SMS, alleine Richtung Gasen = Mittagessen auf. Natürlich verpasse ich auch noch die (in dieser Richtung) nicht übermäßig beschilderte Abzweigung Richtung Teichalm und erkunde deshalb gleich zwei Mal die durchaus erlebenswerte Weitzklamm. Schlussendlich klappt es dann aber doch, und nach etlichen Kilometern über feuchte, enge Wegerl reite ich in Gasen ein, einem kleinen Ort zwischen haufenweise Bergen. Im Gasthaus ist man grad beim Bestellen, was (aufgrund einer im selben Raum stattfindenden Geburtstagsfeier) durch einen ambitioniert Knopfharmonika spielenden Burschen musikalisch, nun ja, untermalt wird, was insgesamt wiederum durchaus zur Erheitung beiträgt. Trotzdem hat es irgendwie was, die Stimmung, und ich stelle fest, dass diese Einblicke in so gänzlich andere Lebensweisen einen wichtigen Teil dazu beitragen, dass mir Motorradfahren, insbesondere Touren, viel Spaß machen. Just als wir aufbrechen wollen, beginnt es zu regnen, ein Blick in die beabsichtigte Fahrtrichtung lässt aber hoffen -- und tatsächlich haben sich Hans und Andrea umsonst in die Regenkombi gequält, der Schauer ist nämlich schnell vorbei und die Weiterfahrt somit wesentlich angenehmer. In Gloggnitz verabschieden sich dann Franz und RRobert mit ein paar anderen auf die Autobahn, um Abnutzungserscheinungen an ihren Maschinen zu beheben, Hans jr. + Freundin beschließen angesichts ihres Hinterreifens, die weitere Heimreise per Auto vorzunehmen. Das verbleibende Grüppchen schwingt sich durch das Höllental etc. nach Pottenstein, wo wir uns beim Landesjugendheim unter lautem Geschrei aus dem Nachbarhaus verabschieden.

Fazit: Ein wirklich gelungene GT, was neben den vielen, netten Leuten natürlich auch auf die perfekte Organisation zurückzuführen ist. Ich finde, damit hat sich der Klobert für die GT-X kommendes Jahr qualifiziert und möchte deshalb anregen, ihn mit der Organisation derselben zu beauftragen. Nebenbei hat auch das Wetter gepasst und auch die Rennleitung hielt sich sehr zurück. Und wurde anfangs die Idee, eine dreitägige GT zu veranstalten, noch vereinzelt belächelt, muss ich sagen, dass das eine ganz ausgezeichnete Idee war! Also danke nochmal an alle und auch ich bin bei derartigen Veranstaltungen auf jeden Fall wieder dabei!

[0] Message-ID: <1iz110w.404rxz1buu82gN%david@hopfmueller.at>
[1] http://www.gasthof-perschler.at/
[2] Message-ID: <1imicha.fz2k183o7tvwN%david@hopfmueller.at>



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