11. afm-GT 2009
Aus afm kopierter Bericht von André Igler.
Während die jungen Väter zu ihren Familien eilen, zieht die Karawane,
etwas dezimiert, durch Gesäuse und Triebener Tauern. Nach meiner
Achillessehnenoperation sitze ich de facto seit über einem Jahr zum
ersten Mal wieder auf einem *richtigen* Bock (Meine alte Diversion ist
ja nur mehr ein Fahrrad mit Hilfsmotor, ausserdem fahr' ich mit der nur
einkaufen und in die Stadt, also zählt das nicht) und fahre daher wie
der erste Mensch, leider fällt das auch auf.
Wo wir genau gefahren sind habe ich leider keine wie auch immer geartete
Ahnung, weil ich mich Nudel auskenn', das sollen dann andere machen.
Jedenfalls sind die Strassen fein & meist gut zu fahren, ganz selten
Nässe oder Streugut. Ich hab' genug zu tun, an meinem Fahrstil zu
arbeiten & kann daher nicht mehr erzählen.
Zwischendurch muss ich (nein nicht Pipi) tanken und melde dies an. Ab
hier gibt es abweichende Versionen, hier einmal meine: Ich fahre zu
einer Tankstelle zu (Robert sieht das und nimmt an ich tanke) doch die
Tanke hat zu, feiertagstechnisch, also fahre ich gleich wieder raus und
hechle dem inzwischen vorbeigezogenem Hauptpeleton nach (was Robert
nicht sieht). Die letzten zehn Kilometer nach Abtenau(?) geht es
gottseidank bergab, ich erreiche die BP mit Müh' und Not und
einskommavierzwo Liter im Tank, was Robert etwas verstört, weil der
Franz eigentlich g'rad auf mich irgendwo wartet und der Hopfmüller ihm
nachgefahren ist, oder so, ganz hab' ich's nicht verstanden, aber man
wird mich hiergroup dann aufklären. Ich geh' erstmal tanken und
Pipimachen, für beides ist Zeit, schliesslich warten wir auf Franz und
David.
Zwischendurch entledigt sich der Franz seines Gepäcksträgers durch
Abwurf (nein, ohne Kaltverformungen oder andere Feindberührung. Er hat
ihn echt abgeworfen wie ein Hirsch sein Geweih). Und zwar dem Hopfmüller
vor den Bock, der ihn auch pflichtschuldig wieder aufhebt und mitbringt.
Der Franz hat ihn aber dann doch entsorgt und findet, sein Hobel schaut
ohne gleich viel besser aus.
An dieser Stelle dem lieben Franz ein grosses Lob für den Staubsauger,
er hat viel Geduld.
Am Abend wird fein gegessen und viel getrunken, anschliessend kommt
etwas Skikurs-Stimmung auf, auch im Schlafbereich. Der Xipeter
behauptet, der Doppler habe mitten in der Nacht laut telefoniert und
auch sonst herumgebrüllt, der Doppler sagt, er rede im Schlaf.
Ich war hundemüde & hab' nix gehört.
Am nächsten Tag stehen alle unausgeschlafen, dafür punkt zehn vor
acht verloren vor dem Haus und warten auf die Abfahrt. Robert hat
tatsächlich etwas von einem Fahrdienstleiter, daher wird um viertelneun
schon gefahren.
Um neun Uhr wache ich auf dem Gaberl wieder auf, weil es hundekalt ist
und wir dort den Willy treffen. Alle sind so schrecklich wach bis auf
mich. Wenisgtens kann ich, seit ich nicht mehr rauche, die Rauchpausen
dazu verwenden, Pipimachen zu gehen. So gleicht sich alles wieder aus.
Später entdecke ich, dass es mit Pele einen gibt, der noch langsamer
fährt als ich, was vielleicht auch daran liegt, dass er einen
Guzzichopper fährt. Aber Pele schwört auf den Bock und sagt, er würde
nie einen anderen fahren wollen. Man soll den Leuten nix dreinreden in
ihr Lebensglück. Aber er hat wacker mitgehalten.
Dann ist leider ein Höppala passiert, wenngleich keinem was passiert ist
(sieht man einmal von der Fazer ab) indem dass einer jener Mitfahrenden,
die ich leider nicht kenne, ein Freund vom Hans Pils jedenfalls, in
einer Kurve (später stellen wir fest: Genau vor der Bundesbushaltestelle
Fozz) seinen Hobel kurveneingangs sanft zur Kurvenmitte hinlegt und
anschliessend kurvenauswärts schlittern lässt, dort ist zuerst eine
Leitplanke und dann ein Bach. Die Fazer rutscht unter der Leitplanke
drunter und landet im Bach, der Kollege kann sich an der Leitplanke
abstützen und hat nix ausser einer zerfetzen Regenjacke über der Kombi.
Nass ist er dann trotzdem auch geworden, wie er den Bock wieder
herausgeholt hat.
Ich bin erst gekommen als alles schon vorbei war und hab's daher nicht
gesehen, so hat man es mir erzählt beziehungsweise liessen sich die
frischen Kratz-, Rutsch- und Bremsspuren so interpretieren. Jedenfalls
war der Arbö erstaunlich schnell da und zog samt Kollegen und Fazer auf
dem Hänger davon, so dass wir schon um halb drei zum vereinbarten
Mittagessentreffpunkt auf der Soboth kommen. Ich sag's gleich, mein
Salat war urgrauslich. Aber ich hab sonst eh' viel zu viel gegessen,
also macht das nix. Und Laserschnittlauch gab's auch keinen, wie
versprochen (obwohl die ja inzwischen blau sind, gell). Das war dann
schon ein Tiefpunkt.
Noch später fetzen wir an der Hebalm vorbei, woran ich erkenne, das ich
mich irgendwo im Grenzgebiet zwischen Kärnten und der St. Eiermark
befinde. Dort ist die Strasse in einem eher erbärmlichen Zustand, dafür
trau' ich mich endlich, die FJR (halbwegs) ordentlich umzulegen und bin
damit beschäftigt, bis ich so so lala mit der Spitze mithalten kann.
Leider regnet es dann auch, worauf ich prompt auf der Mittellinie zum
Schwanzeln anfang. Ich erinnere mich daran, dass der Vermieter was von
zwohundertachtzig Trockengewicht gesagt hat und fahre wieder etwas
bescheidener. Trotzdem bin ich so stolz auf mich, dass ich in Köflach
die ganze wartende Gruppe übersehe und stur geradeaus fahre, statt links
zum Gaberl abzubiegen. Erst nach zehn Kilometer und mindestens fünf
Kreisverkehren (und null wartenden Roberts, wie sonst üblich) entdecke
ich meinen Schwachfug und kehre um. Die Gruppe muss eine Viertelstunde
warten, das kostet mich am Abend eine Runde.
Am Gaberl oben war es auch am Abend hundskalt.
Abends ist das Essen, so wie schon am Vortag, hervorragend. Ausserdem
haben die dort eine Kellnerin, die ist nicht ohne. Erstens fährt sie
offenbar auch Bock, wie sie uns sofort begeistert erzählt, zweitens ist
sie fesch und hat eine ordentliche Goschn, und drittens hat sie den
Doppler, der sie ein bisserl anmacht, derart elegant auf süss und herzig
auf dem Schmäh, dass ihm das erst garnicht auffällt. Dann allerdings
verliert sie die Nerven und bekommt einen Lachkrampf (na ja, es wahr
eher ein Kicherkrampf) und muss abgehen, warum weiss ich bis jetzt auch
nicht genau. Vielleicht kommt da ja auch noch Klärung.
Ich hab' auf meinem Leihbock eine Pauschale von 1000 km, die sind am
Samstag alle schon verfahren, also bin ich am Sonntag einfach nur mehr
über den Semmering und irgendwo dazwischen alleine nach Hause gebummelt,
dafür hab' ich am Sonntag lang geschlafen. Wie ich um zehn mit dem
Frühstück ferig bin, treff' ich den Martin, der am Abend davor ein
bisserl versumpft ist und daher so wie ich nicht mehr mitmacht.
Um halb elf kommt der Xipeter samt Freundin, der ist auch mit dem Martin
versumpft und murmelt irgendetwas von halb vier. Seine Freundin murmelt
garnichts und wird von mir mit Kaffee gelabt. Dann bin ich gefahren, was
Peter und Freundin gemacht haben, sollen sie selbst hier posten.
Dank auch an Robert, superfein organisiert, ein grosses Lob auch für die
Improvisationskunst der Routenplanung on the fly.
Nächstes Mall sollen die ihren Saunabrand bitte nach uns abhalten und
nicht drei Wochen vorher, eine Sauna wäre fein gewesen, sonst kann man
echt nicht meckern.
Insgesamt eine sehr schöne Ausfahrt, liebe Leute, viel gelacht ... es
war echt nett.
André, erschöpft.
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