), will ich die Gelegenheit gleich nutzen, das Fahrverhalten
mit Koffern zu testen.
Als ich den Einkauf zahlen will, stellt mir die Kellnerin - nein
Verkäuferin - ein Bierfass vor die Nase, weil das ab einem Einkauf von
50? EUR gratis dabei ist. Ideen haben die - ich nehme mal an, das beim
Gericke die meisten mit dem Motorrad vorfahren. Denen ein Fass Bier zu
schenken ist kreativ. Marlboro wären sicher einfacher zu verstauen. Ich
nehm das Fass und schmeiss es mindestens genau so selbstverständlich in
einen Koffer, als ob ich es ihn den Sharan geladen hätte. Zum ersten Mal
muss ich zugeben, so Koffer sind schon was feines.
Tag 1:
Bei Traiskirchen noch schnell vollgetankt und rauf die Autobahn. Eine
Minute später knallt mir eine Windböe den Magnettankrucksack gegen den
Oberkörper. Das blöde Ding dürfte nicht im Originalzubehörkatalog von
BMW stehen, und meint deswegen muss es auch nicht halten. Hab dann mit
einer Hand ganze Zeit den Tankrucksack auf den Tank gedrückt bis Wien.
Am Treffpunkt Triesterstraße dann Koffer auf, Tankrucksack rein. Zum
zweiten Mal muss ich zugeben, so Koffer sind schon was feines.
Viele für mich neue Gesichter beim Treffpunkt. Komisch, jetzt war ich
schon drei mal beim ST - da müsste ich doch mehr Leute kennen. Hab aber
dann vom Oraganisations-Robert (Organibert) erfahren, dass er auch nicht
alle kennt. Bei der Abfahrt war ich dann irgendwo weiter hinten in der
Gruppe, was auf der Autobahn eher stressig war, da immer wieder irgendwo
langsamer gemacht wurde, dann wieder schnneller... Hab mich dann bis zur
KK immer weiter nach vorne begeben, war gemütlicher zum Fahren.
Am Ochssattel hat mich dann ein Dosenfahrer hergehupt, der war wohl ein
wenig frustriert, dass ich in einer Kurve aussen um ihn herum bin. Aber
ich schwöre, dass ich vorher weit genug ausgesehen habe und nichts
entgegengekommen ist.
Ab Gußwerk ist dann das Tempo um einiges angezogen worden, so dass man
die Strecke wirklich nett fahren konnte. Bin dann ungefähr als vierter
beim Wirten angekommen und habe dabei einen positiven Effekt erkannt:
Wenn man einer der ersten beim Halt ist kann man entspannt rauchen,
während die hinteren noch fahren, suchen, tanken,... Werde weiterhin
versuchen, in der vorderen Gruppe zu bleiben :-)
Die weitere Fahrt bis zum Quartier war bis auf den unerwarteten
Heiterkeitserfolg rund um einen abgerosteten Gepäckträger und mühsames
Durchkämpfen durch andere Motorradgruppen, welche teils auf
strassenuntauglichem Gerät (HD und so) unterwegs waren, problemlos und
entspannt.
Nach der Ankunft im Quartier Gepäck aufs Zimmer, Federvorspannung
mittels elektrischer Verstellung wieder auf Solomodus und ab Richtung
Gaberl. Ich bin da noch nie drübergefahren. Bistdudeppert, des kann was.
Wie sind eigentlich die Grundstückpreise da in der Gegend? Speziell der
Abschnitt zwischen Salla und Krenhof taugt mir extrem. Muß festhalten,
dass der Metzeler Z6 am äußersten Rand schon ziemlich schmiert...
Tag 2:
Bin in der Nacht ungefähr zwanzigmal aufgewacht, die Matratze ist wohl
für meinen athletisch gestählten Körper ungeeignet. Entsprechend
erledigt schau ich beim Frühstück aus. Da die Entscheidung gefallen ist,
Richtung Süden aufzubrechen, hoffe ich dass mich die Temperatur am
Gaberl dann schon zuverlässig aufwecken wird. Nachdem bei der Auffahrt
aber schon immer nasse Stellen lauern bin ich aber schon viel früher
wieder höchstkonzentriert. Versuche weiterhin in der Spitzengruppe zu
bleiben. Komme mir mit der Zeit schon richtig schnell vor, bis dann der
Martin mit der SMR vorbeizieht und die nächste Kehre im Drift nimmt. Das
zeigt mir gleich wieder auf, das mein Fahrkönnen noch durchaus Luft nach
oben lässt.
Weiter dann über den Packsattel und Hebalm nach Deutschlandsberg. Ich
fahre schon immer mehr auf Attacke und habe trotz teils widrigen
Belagsverhältnissen Spaß daran. Vielleicht war das doch keine so gute
Entscheidung, mir ein Motorrad zum "gemütlich fahren" zu kaufen. Obwohl,
man kann die R eh halbwegs scheuchen, und das Drehmoment am
Kurvenausgang ist schon von der feinen Sorte.
Über die Weinebene bin ich dann dem Robert (Organi...) wie eine lästige
Klette gefolgt und schlussendlich hab ich nur mehr den Harald Fenz
hinter mir gesehen, welcher dann in einer Ortsdurchfahrt langsam gemacht
hat, um auf die nachfolgenden zu warten. Bei der Rauchpause eine
Ortschaft weiter ist dann aber gar keiner mehr aufgetaucht. Nach einem
klärenden Telefonat war klar - es hat einen Sturz gegeben. Zum Glück nur
Materialschaden. Wir sind dann zurückgefahren, da Robert das Keksfach an
seiner KTM mit Kabelbindern angefüllt hat - und die könnten ja eventuell
gebraucht werden.
Nach Abtransport des Verunfallten und seiner Maschin' gings dann weiter
Richtung Soboth zum Mittagessen. Tadellose Strecke da rauf - wir waren
aber vorgewarnt, dass die Einheimischen Kontrollorgane genau an dieser
Stelle am liebsten ihre Kontrollsucht ausleben, und sind entsprechend
haaalbwegs STVO-konform raufgeschwuchtelt.
Nach dem Essen wieder via Deutschlandsberg, Hebalm und Pack nach
Köflach. Da hat uns der Andre sturerweise komplett ignoriert und ist
grad weitergefahren. Robert meint noch, wir sollen in der Zwischenzeit
übers Gaberl drüber und auf der anderen Seite warten. Ich winke also den
RR und den Martin Tar vorbei - ich kann davon ausgehen, die zwei werden
mich nicht aufhalten auf der Strecke - und Feuer frei. Bin dann
relativ bald mutterseelenallein unterwegs. Die zwei vor mir sind sowieso
nur mehr über Funk erreichbar und hinter mir seh ich auch niemanden
mehr. Und so schwuchtle ich dann kurz einmal hinter einem Auto her um
nicht wieder angehupt zu werden, sollte ich zu flott überholen. Als ich
dann an der Kiste vorbei bin, ist da plötzlich die nächste KTM
formatfüllend im Rückspiegel. Vor lauter Schreck nehme ich die nächste
Linkskehre zu weit aussen, und schon sticht der Kerl innen durch.
Kruzitirken, san ma hier beim MotoGP? Häng mich dann den Rest der
Strecke einfach hinter ihm an bis zum nächsten Treffpunkt.
Am Abend dann wieder unpackbare Essensportionen. Ich gebe mich mit einer
halben Portion Kaiserschmarren zufrieden - ich muss an meinem
Leistungsgewicht arbeiten...
Tag 3:
Diesmal halbwegs gut geschlafen, aber die Matratze ist nicht besser
geworden - mein Rücken schmerzt. Was solls, Koffer verstaut (hatte ich
schon erwähnt, wie praktisch die sind...), und wieder ab via Gaberl.
Dann über teilweise irrwitzig schmale Wegerl an schon unheimlich
freundlichen Leuten vorbei bis uns dann auf der Teichalm während einer
Rauchpause der Regen erwischt. Nach einer halben Stunde ist der Spuk
aber wieder vorbei und wir nähern uns über trockner werdende Straßen
schließlich bei Sonnenschein unserem Mittagshalt. Pünktlich zur Abfahrt
beginnt es dann aber wieder zu regnen. Da der Regen aber bald wieder
aufhört, setzen wir die Fahrt Richtung Feistritzsattel fort. Dort werde
ich das einzige Mal von einem fremden Motorrad überholt. Ein GSXR-Fahrer
pocht scheinbar auf sein Hausrecht, wird aber dann weiter vorne von drei
KTMs zurechtgewiesen...
Von Kirchberg gehts dann in verschärftem Tempo nach Gloggnitz, wo ein
Teil der Gruppe aufgrund fehlendem Negativprofilanteil an den Reifen die
Heimreise über die Autobahn fortsetzt. Mit sechs Motorrädern setzen wir
die geplante Route durchs Höllental, Klostertal und Hals fort. Am
Eingang zum Höllental fangt es natürlich wieder passenderweise zu regnen
an, so dass wir den ersten Teil auf nasser Fahrbahn absolvieren müssen.
Das ist aber bald vorbei, und nachdem keiner der entgegenkommenden
Kradisten mittels Handbewegung auf Einhaltung der STVO drängt, können
wir das Tempo wieder anziehen. Mitten im Tal dann ein paar
Supersportfahrer aus unserem östlichsten Bundesland. Es ist mir ein
besonderes Volksfest, mit den montierten Koffern außen in der Kurve
vorbeizuziehen. Zum dritten Mal muss ich zugeben, so Koffer sind schon
was feines.
Am Hals dann wieder ein wenig Slalom fahren zwischen zahlreich heimwärts
strebenden Mopedisten. Ich versteh das nicht, warum mir das immer
ausgerechnet am Hals passiert, dass ich in eine Ansammlung hineinkomm,
die einen derartigen Stiefel zusammenfahren. Schlussendlich überhole ich
gleich eine ganze Gruppe plus zwei Autos in einem Schwung in die
30er-Zone hinein. Es ist aber keine Rennleitung anwesend - ich hab
meinen FS noch.
Schlussendlich Verabschiedung in Pottenstein. Waren drei feine Tage -
Danke an Robert, tolle Organisation. Sollte man öfters machen. Ich bin
insgesamt 1102 Kilometer mit laut BC 70 Schnitt gefahren. Das heißt
15,75 Stunden Nettofahrzeit - und davon wenig geradeaus. Entsprechend
tut mir der Hintern weh - aber es hat sich ausgezahlt.
Liebe Grüße noch an alle, die ich nicht erwähnt habe - oder die hier
nicht mitlesen. Hat Spaß gemacht.
lg, Christian