11. afm-GT 2009




Aus afm kopierter Bericht von Christian Toth.


Tag 0:

Ich fahr am Donnerstag noch schnell zum HG um ein Regengwandl, sicher ist sicher - eventuell ist das Goretex-Zeugs ja nicht so wasserfest wie gewünscht. Da ich noch nie mit Koffern ausgefahren bin (ich mein jetzt wirklich die schwarzen Plastiktonnen, die man links und rechts am Moped befestigt; nicht das sich jemand von den GT-Teilnehmern angesprochen fühlt ), will ich die Gelegenheit gleich nutzen, das Fahrverhalten mit Koffern zu testen.

Als ich den Einkauf zahlen will, stellt mir die Kellnerin - nein Verkäuferin - ein Bierfass vor die Nase, weil das ab einem Einkauf von 50? EUR gratis dabei ist. Ideen haben die - ich nehme mal an, das beim Gericke die meisten mit dem Motorrad vorfahren. Denen ein Fass Bier zu schenken ist kreativ. Marlboro wären sicher einfacher zu verstauen. Ich nehm das Fass und schmeiss es mindestens genau so selbstverständlich in einen Koffer, als ob ich es ihn den Sharan geladen hätte. Zum ersten Mal muss ich zugeben, so Koffer sind schon was feines.

Tag 1:

Bei Traiskirchen noch schnell vollgetankt und rauf die Autobahn. Eine Minute später knallt mir eine Windböe den Magnettankrucksack gegen den Oberkörper. Das blöde Ding dürfte nicht im Originalzubehörkatalog von BMW stehen, und meint deswegen muss es auch nicht halten. Hab dann mit einer Hand ganze Zeit den Tankrucksack auf den Tank gedrückt bis Wien. Am Treffpunkt Triesterstraße dann Koffer auf, Tankrucksack rein. Zum zweiten Mal muss ich zugeben, so Koffer sind schon was feines.

Viele für mich neue Gesichter beim Treffpunkt. Komisch, jetzt war ich schon drei mal beim ST - da müsste ich doch mehr Leute kennen. Hab aber dann vom Oraganisations-Robert (Organibert) erfahren, dass er auch nicht alle kennt. Bei der Abfahrt war ich dann irgendwo weiter hinten in der Gruppe, was auf der Autobahn eher stressig war, da immer wieder irgendwo langsamer gemacht wurde, dann wieder schnneller... Hab mich dann bis zur KK immer weiter nach vorne begeben, war gemütlicher zum Fahren.

Am Ochssattel hat mich dann ein Dosenfahrer hergehupt, der war wohl ein wenig frustriert, dass ich in einer Kurve aussen um ihn herum bin. Aber ich schwöre, dass ich vorher weit genug ausgesehen habe und nichts entgegengekommen ist.

Ab Gußwerk ist dann das Tempo um einiges angezogen worden, so dass man die Strecke wirklich nett fahren konnte. Bin dann ungefähr als vierter beim Wirten angekommen und habe dabei einen positiven Effekt erkannt: Wenn man einer der ersten beim Halt ist kann man entspannt rauchen, während die hinteren noch fahren, suchen, tanken,... Werde weiterhin versuchen, in der vorderen Gruppe zu bleiben :-)

Die weitere Fahrt bis zum Quartier war bis auf den unerwarteten Heiterkeitserfolg rund um einen abgerosteten Gepäckträger und mühsames Durchkämpfen durch andere Motorradgruppen, welche teils auf strassenuntauglichem Gerät (HD und so) unterwegs waren, problemlos und entspannt.

Nach der Ankunft im Quartier Gepäck aufs Zimmer, Federvorspannung mittels elektrischer Verstellung wieder auf Solomodus und ab Richtung Gaberl. Ich bin da noch nie drübergefahren. Bistdudeppert, des kann was. Wie sind eigentlich die Grundstückpreise da in der Gegend? Speziell der Abschnitt zwischen Salla und Krenhof taugt mir extrem. Muß festhalten, dass der Metzeler Z6 am äußersten Rand schon ziemlich schmiert...

Tag 2:

Bin in der Nacht ungefähr zwanzigmal aufgewacht, die Matratze ist wohl für meinen athletisch gestählten Körper ungeeignet. Entsprechend erledigt schau ich beim Frühstück aus. Da die Entscheidung gefallen ist, Richtung Süden aufzubrechen, hoffe ich dass mich die Temperatur am Gaberl dann schon zuverlässig aufwecken wird. Nachdem bei der Auffahrt aber schon immer nasse Stellen lauern bin ich aber schon viel früher wieder höchstkonzentriert. Versuche weiterhin in der Spitzengruppe zu bleiben. Komme mir mit der Zeit schon richtig schnell vor, bis dann der Martin mit der SMR vorbeizieht und die nächste Kehre im Drift nimmt. Das zeigt mir gleich wieder auf, das mein Fahrkönnen noch durchaus Luft nach oben lässt.

Weiter dann über den Packsattel und Hebalm nach Deutschlandsberg. Ich fahre schon immer mehr auf Attacke und habe trotz teils widrigen Belagsverhältnissen Spaß daran. Vielleicht war das doch keine so gute Entscheidung, mir ein Motorrad zum "gemütlich fahren" zu kaufen. Obwohl, man kann die R eh halbwegs scheuchen, und das Drehmoment am Kurvenausgang ist schon von der feinen Sorte.

Über die Weinebene bin ich dann dem Robert (Organi...) wie eine lästige Klette gefolgt und schlussendlich hab ich nur mehr den Harald Fenz hinter mir gesehen, welcher dann in einer Ortsdurchfahrt langsam gemacht hat, um auf die nachfolgenden zu warten. Bei der Rauchpause eine Ortschaft weiter ist dann aber gar keiner mehr aufgetaucht. Nach einem klärenden Telefonat war klar - es hat einen Sturz gegeben. Zum Glück nur Materialschaden. Wir sind dann zurückgefahren, da Robert das Keksfach an seiner KTM mit Kabelbindern angefüllt hat - und die könnten ja eventuell gebraucht werden.

Nach Abtransport des Verunfallten und seiner Maschin' gings dann weiter Richtung Soboth zum Mittagessen. Tadellose Strecke da rauf - wir waren aber vorgewarnt, dass die Einheimischen Kontrollorgane genau an dieser Stelle am liebsten ihre Kontrollsucht ausleben, und sind entsprechend haaalbwegs STVO-konform raufgeschwuchtelt.

Nach dem Essen wieder via Deutschlandsberg, Hebalm und Pack nach Köflach. Da hat uns der Andre sturerweise komplett ignoriert und ist grad weitergefahren. Robert meint noch, wir sollen in der Zwischenzeit übers Gaberl drüber und auf der anderen Seite warten. Ich winke also den RR und den Martin Tar vorbei - ich kann davon ausgehen, die zwei werden mich nicht aufhalten auf der Strecke - und Feuer frei. Bin dann relativ bald mutterseelenallein unterwegs. Die zwei vor mir sind sowieso nur mehr über Funk erreichbar und hinter mir seh ich auch niemanden mehr. Und so schwuchtle ich dann kurz einmal hinter einem Auto her um nicht wieder angehupt zu werden, sollte ich zu flott überholen. Als ich dann an der Kiste vorbei bin, ist da plötzlich die nächste KTM formatfüllend im Rückspiegel. Vor lauter Schreck nehme ich die nächste Linkskehre zu weit aussen, und schon sticht der Kerl innen durch. Kruzitirken, san ma hier beim MotoGP? Häng mich dann den Rest der Strecke einfach hinter ihm an bis zum nächsten Treffpunkt.

Am Abend dann wieder unpackbare Essensportionen. Ich gebe mich mit einer halben Portion Kaiserschmarren zufrieden - ich muss an meinem Leistungsgewicht arbeiten...

Tag 3:

Diesmal halbwegs gut geschlafen, aber die Matratze ist nicht besser geworden - mein Rücken schmerzt. Was solls, Koffer verstaut (hatte ich schon erwähnt, wie praktisch die sind...), und wieder ab via Gaberl. Dann über teilweise irrwitzig schmale Wegerl an schon unheimlich freundlichen Leuten vorbei bis uns dann auf der Teichalm während einer Rauchpause der Regen erwischt. Nach einer halben Stunde ist der Spuk aber wieder vorbei und wir nähern uns über trockner werdende Straßen schließlich bei Sonnenschein unserem Mittagshalt. Pünktlich zur Abfahrt beginnt es dann aber wieder zu regnen. Da der Regen aber bald wieder aufhört, setzen wir die Fahrt Richtung Feistritzsattel fort. Dort werde ich das einzige Mal von einem fremden Motorrad überholt. Ein GSXR-Fahrer pocht scheinbar auf sein Hausrecht, wird aber dann weiter vorne von drei KTMs zurechtgewiesen...

Von Kirchberg gehts dann in verschärftem Tempo nach Gloggnitz, wo ein Teil der Gruppe aufgrund fehlendem Negativprofilanteil an den Reifen die Heimreise über die Autobahn fortsetzt. Mit sechs Motorrädern setzen wir die geplante Route durchs Höllental, Klostertal und Hals fort. Am Eingang zum Höllental fangt es natürlich wieder passenderweise zu regnen an, so dass wir den ersten Teil auf nasser Fahrbahn absolvieren müssen. Das ist aber bald vorbei, und nachdem keiner der entgegenkommenden Kradisten mittels Handbewegung auf Einhaltung der STVO drängt, können wir das Tempo wieder anziehen. Mitten im Tal dann ein paar Supersportfahrer aus unserem östlichsten Bundesland. Es ist mir ein besonderes Volksfest, mit den montierten Koffern außen in der Kurve vorbeizuziehen. Zum dritten Mal muss ich zugeben, so Koffer sind schon was feines.

Am Hals dann wieder ein wenig Slalom fahren zwischen zahlreich heimwärts strebenden Mopedisten. Ich versteh das nicht, warum mir das immer ausgerechnet am Hals passiert, dass ich in eine Ansammlung hineinkomm, die einen derartigen Stiefel zusammenfahren. Schlussendlich überhole ich gleich eine ganze Gruppe plus zwei Autos in einem Schwung in die 30er-Zone hinein. Es ist aber keine Rennleitung anwesend - ich hab meinen FS noch.

Schlussendlich Verabschiedung in Pottenstein. Waren drei feine Tage - Danke an Robert, tolle Organisation. Sollte man öfters machen. Ich bin insgesamt 1102 Kilometer mit laut BC 70 Schnitt gefahren. Das heißt 15,75 Stunden Nettofahrzeit - und davon wenig geradeaus. Entsprechend tut mir der Hintern weh - aber es hat sich ausgezahlt.

Liebe Grüße noch an alle, die ich nicht erwähnt habe - oder die hier nicht mitlesen. Hat Spaß gemacht.

lg, Christian



zur 11. afm-GT 2009